Alternativen zu Social Media im Marketing für Autoren

Ganz ehrlich? Ich komme mit Social Media als Werbeplattform für mich selbst (bzw. meine Bücher) nicht gut zurecht. Zugegeben, manchmal macht es auch Spaß, aber oft kommt irgendwann der Punkt, wo es mich in erster Linie anstrengt. Wenn du jetzt hier gelandet bist, geht es dir vielleicht auch so. Ich kann dir auf jeden Fall sagen, dass wir damit nicht allein sind.

Trotzdem fühlt es sich manchmal so an, als wäre Social Media der Mittelpunkt vom Online-Marketing und man wäre gezwungen, dort mitzumachen. Deshalb habe ich mal ein paar Punkte zusammengesucht, die wir auch außerhalb von Social Media tun können, um auf uns und natürlich vor allem unsere Bücher aufmerksam zu machen. Entweder unterstützend oder um den sozialen Netzwerken komplett aus dem Weg gehen zu können. Denn ja, es geht auch ohne.

Möglichkeiten im Online-Marketing abseits von Social Media

Da wir hier Alternativen für Online-Marketing-Plattformen suchen, widmen wir uns zunächst natürlich auch genau diesem Feld.

Hier einmal eine schnelle Auflistung unserer Möglichkeiten, wobei ich darauf hinweisen möchte, dass diese keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt:

  • Suchmaschinenoptimierte Website (gilt sowohl für Google, wie auch für KI)
  • Newsletter
  • Blog auf deiner Website
  • Ads schalten
  • Pinterest (ist eine Suchmaschine)
  • Podcasts (ein eigener oder als Gast in anderen)
  • Gastartikel in Blogs anderer
  • Kooperationen mit anderen Autoren
  • Buchblogger

Schauen wir uns diese Punkte einmal näher an.

Eine suchmaschinenoptimierte Website als Basis für dein Marketing

Eine eigene Website ist das Fundament für dein Marketing. Dorthin kannst du verlinken, um zusätzliche Informationen zu geben und gleichzeitig arbeitet sie auch selbst für deine Sichtbarkeit. Vor allem dann, wenn du die Grundlagen der Suchmaschinenoptimierung (SEO) beachtest. Und das gilt nicht nur für die klassischen Suchmaschinen wie Google. Auch um in KI-System wie ChatGPT ausgespielt zu werden, sind diese Punkte wichtig, denn GEO (also Suchmaschinenoptimierung für KI) unterscheidet sich nur geringfügig von SEO. Wenn du die SEO-Regeln beachtest, beachtest du im Grunde auch die GEO-Regeln. Und das wiederum sorgt dafür, dass du im Internet von den richtigen Leuten gefunden wirst.

Auf deine Website kannst du aber neben den Informationen zu dir als Person und zu deinen Büchern unter anderem auch Material für die Presse zur Verfügung stellen oder über anstehende Termine informieren, zu denen du persönlich angetroffen werden kannst. Deiner Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.

Inspiration und Wissenswertes zu dem Thema findest du auch im Blogartikel Die Website für Autoren für mehr Sichtbarkeit und Leichtigkeit

Der Newsletter sorgt für den direkten Kontakt zu deinen Leser*innen

Auf deiner Website kannst du schließlich auch die Anmeldung zu deinem eigenen Newsletter einbinden. Er bildet das Herzstück deines Marketings, vor allem wenn du ohne Social Media unterwegs bist. Denn er gibt dir die Möglichkeit in direkten Kontakt zu denen zu treten, die deine Bücher kaufen und lesen.

Über den Newsletter kannst du sie nicht nur darüber informieren, dass ein neues Buch von dir erschienen ist, sondern auch über dein Autorenleben und deine Gedanken dazu. Auch kannst du die Lesenden dazu animieren, dir auf die Mails zu antworten und so in einen Austausch zu kommen. Hier kannst du eine richtige und vor allem treue Community aufbauen, ganz ohne Social Media. Der Newsletter hilft dir, die Bindung zwischen dir und deinen Leser*innen zu festigen und sie zu wiederkehrenden Käufern (oder Abo-Lesenden) zu machen.

Mehr zu dem Thema findest du auch in meinem Blogartikel Autoren-Newsletter: Als Autor einen eigenen Newsletter nutzen

Die eigene Website mit einem Blog erweitern

Schlussendlich kannst du deine Website auch mit einem Blog erweitern, auf dem du regelmäßig neue Beiträge veröffentlichst. Das unterstützt zum einen das SEO für deine Website. Zum anderen hast du mit jedem neuen Blogartikel eine zusätzliche Chance, online gefunden zu werden. Außerdem kann dir das auch bei der Leserbindung helfen, wenn du zusätzliche Informationen zu deinen Büchern teilst, die Fans von deinen Buchreihen und Einzelbänden interessant finden.

Wenn du Fachbücher schreibst, können Fachartikel, die du auf deiner Website veröffentlichst, außerdem dazu beitragen, dass ein erster Vertrauensaufbau stattfindet und daraufhin dein Buch gekauft wird.

Gastartikel in Blogs anderer Websites veröffentlichen

Aber eine eigene Website ist nicht die einzige Möglichkeit, um Blogartikel zu veröffentlichen. Du kannst auch bei Betreibern von anderen Websites anfragen, ob sie daran Interesse haben, dass du einen Gastartikel für ihren Blog schreibst. Dies können andere Autoren sein oder Websites, die Themen behandeln, die zu deinem Buch passen. So werden auch Personen auf dich aufmerksam, die andernfalls vielleicht nie oder erst sehr viel später von dir gehört hätten.

Diese Methode hat zusätzlich den Vorteil, dass du sogenannte Backlinks aufbaust, also Verlinkungen von anderen Seiten auf deine eigene Website. Ebenfalls ein Pluspunkt für dein SEO und somit deine Auffindbarkeit in Google, KI und Co.

Pinterest kann entspannter sein als Social Media

Anders als die meisten Menschen denken zählt Pinterest nicht zu den sozialen Netzwerken. Tatsächlich ist es eine Suchmaschine. Hier musst du lediglich deine Grafiken (und eventuell Kurzvideos) mit ein wenig Text veröffentlichen. Der soziale Aspekt mit Kommentaren und Chats entfällt hingegen, was an einigen Stellen deutlich Druck aus der Situation nehmen kann.

Ich muss allerdings gestehen, dass man hier viele Pins (wie man die Posts hier nennt) online stellen sollte, um den Algorithmus gut auszunutzen. Aber das kommt wohl auch ein wenig darauf an, wie sehr man sich davon unter Druck setzen lassen will.

In Podcasts mit deiner Stimme überzeugen

Du redest gerne? Dann sind vielleicht Podcasts der richtige Weg für dich, um dein Marketing voranzubringen. Entweder mit einem eigenen Podcast oder in dem von anderen Personen, denn auch hier kannst du andere Autoren oder Experten, die einen Podcast betreiben, anschreiben, um ihnen anzubieten, bei ihnen zu Gast zu sein.

Kooperationen mit anderen Autor*innen

Wenn wir bei unserem Marketing mit anderen Autoren zusammenarbeiten, kann das für beide Seiten förderlich sein. Diese Kooperationen können ganz unterschiedlich aussehen.

  • Gastartikel auf dem Blog des jeweils anderen.
  • Empfehlung des jeweils anderen im Newsletter.
  • Gemeinsame Buchstände auf Messen.
  • A veröffentlicht einen Gastartikel auf dem Blog von B, während B auf seinem Social Media Account die Bücher von A vorstellt.
  • Gemeinsame Gewinnspiele.
  • Gemeinsame Lesungen.

Eurer Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Werdet kreativ und überlegt euch, wie es für euch am besten passt. Hier gibt es kein richtig oder falsch.

Buchbloggende für die Reichweite nutzen

Okay, das ist vermutlich ein Punkt, den die meisten von uns kennen und zu dem ich nicht mehr viel sagen muss. Wir müssen nicht immer selbst auf Social Media aktiv sein. Als Gegenleistung für Rezensionsexemplaren von Büchern veröffentlichen Bloggende Informationen und Bewertungen dazu auf ihren Social Media Accounts. Und auch auf den Seiten von Onlineshops, um dort das Interesse zu steigern.

Bezahlte Werbung ist ebenfalls eine Möglichkeit

Nicht immer gern gehört, aber in den meisten Fällen kommt man irgendwann in der eigenen Autorenkarriere an den Punkt, an dem man nicht mehr um bezahlte Werbung herumkommt. Gerade wenn man als Selfpublisher unterwegs ist. Es ist also keine schlechte Idee, wenn man sich irgendwann beispielsweise mit Amazon Ads vertraut macht.

Auch Newsletter, die Mails mit Buchangeboten oder Neuerscheinungen verschicken, und bei denen wir dafür bezahlen, dass unsere Bücher dort aufgelistet werden, können genutzt werden. Ich persönlich habe damit zwar bisher keine Erfolge gefeiert, aber von anderen Autorinnen habe ich schon gehört, dass es für sie funktioniert hat.

Offline-Marketing sollte man nicht vergessen

Aber Online Marketing ist nicht die einzige Spielwiese, auf der wir uns austoben können. Der Offline-Bereich wird gerne vergessen oder seine Wirksamkeit heruntergespielt, aber auch hier tummeln sich Potenziale, die wir nutzen können. Nur weil die Online-Welt in unseren Gedanken oftmals dominiert, heißt das noch lange nicht, dass die Offline-Welt im Marketing tot wäre.

Auch hier zunächst ein kurzer Überblick:

  • Buchmessen
  • Märkte und andere Veranstaltungen
  • Lokale Medien wie Presse und Radio
  • Flyer
  • Leseproben z.B. in Büchereien auslegen
  • Lesungen & Signierstunden & Fachvorträge
  • Kooperationen mit Buchhandlungen & Büchereien z.B. für Lesungen & Signierstunden
  • Lokale Kooperationen z.B. mit lokalen Geschäften auch abseits von Buchhandlungen
  • Schulen

Diese Liste ist natürlich ebenfalls beliebig erweiterbar. Aber was bedeuten die Punkte im Einzelnen …

Der Klassiker für Autor*innen: Buchmessen mit eigenem Stand

Das ist sicherlich nichts Neues für dich. Mit einem eigenen Stand auf einer Buchmesse kannst du nicht nur direkt Bücher verkaufen, sondern auch Werbung für dich machen und mit Lesenden in den persönlichen Austausch kommen.

Übrigens muss das nicht immer gleich eine der großen Buchmessen in Frankfurt oder Leipzig sein, die gerade am Anfang und allein ohnehin kaum zu bezahlen sind. Glücklicherweise sind in den letzten Jahren endlich auch vermehrt kleinere Buchmessen in anderen Städten entstanden, deren Standgebühren durchaus bezahlbar sind, vor allem wenn man sich womöglich mit einem anderen Autor zusammentut und sich einen Stand teilt.

Auch andere Veranstaltungen bieten Potenziale

Buchmessen sind nicht die einzige Möglichkeit, um vor Ort Marketing zu betreiben und Bücher zu verkaufen. Märkte und andersartige Veranstaltungen bieten ebenfalls Gelegenheiten. Beispiele hierfür sind Weihnachtsmärkte, Messen/Veranstaltungen für Frauen, Fachmessen oder auch Mittelaltermärkte. Je nachdem, was zu deinen Büchern passt. Wobei es hier natürlich auch noch viele andere Möglichkeiten gibt. Mein Tipp: Fange einfach damit an, regionale Veranstaltungen zu recherchieren oder bewusst wahrzunehmen, um sie dir womöglich für das kommende Jahr vorzumerken. Dies kannst du nach und nach natürlich auch auf andere Städte ausweiten, wenn du das möchtest.

Geh auf lokale Medien zu

Die Presse gehört auch heute noch in den meisten Fällen zu einem ausgewogenen Marketing-Mix. Gerade im lokalen Bezug hast du auch durchaus Chancen durch die Presse auf dich aufmerksam zu machen. Am besten funktioniert das, wenn du einen Aufhänger hast, also einen speziellen Grund, warum über dich berichtet werden soll. Dafür kann schon ausreichen, dass du als Person aus dem Ort dein erstes Buch veröffentlicht hast. Andere Gründe kann eine stattfindende Lesung sein. Oder du bist für einen Buchpreis nominiert/hast ihn gewonnen.

Dabei kannst du nicht nur an die regionale Zeitung denken (womöglich gibt es hier auch mehr als eine?). Wenn es einen lokalen Radiosender gibt, kannst du vielleicht auch dort zu einem Interview eingeladen werden. Beides macht auf dich und deine Bücher aufmerksam.

Kleiner Tipp am Rande: Du kennst sicherlich den Begriff Sommerloch. Dieses Phänomen kennen auch viele Medien. Gerade im Sommer, wenn es nicht allzu viel zu berichten gibt, weil Politik & Co in der Sommerpause sind, sind unter anderem Zeitungen oftmals froh, wenn sie andere Themen finden, über die sie einen Artikel veröffentlichen können. Das richtige Timing kann dir also womöglich zu Hilfe kommen.

Flyer drucken lassen und an geeigneten Orten auslegen

Der Druck von Flyern ist meist bereits kostengünstig möglich und sie können schlussendlich an ganz unterschiedlichen Orten ausgelegt werden. Auf diese Weise kannst du zum Beispiel in Supermärkten, Hotels, Arztpraxen, in Büchereien oder ganz anderen Orten deiner Wahl Marketing für deine Bücher machen, ohne sofort ein Exemplar auslegen zu müssen. Auch auf Buchmessen und Veranstaltungen kannst du sie mitnehmen, wenn sich Interessenten eine Gedankenstütze für später mit nach Hause nehmen wollen.

Die Steigerung zum einfachen Flyer: Leseproben deiner Bücher

Da Leseproben zu deinen Büchern natürlich mehr Seiten haben als ein einfacher Flyer sind sie in der Produktion etwas teurer. Daher würde ich dir raten, diese nur an ausgewählten Orten auszulegen, wo du dir relativ sicher sein kannst, dass sie eine entsprechend hohe Wirkung haben, weil sie direkt die richtige Zielgruppe ansprechen. Dafür sind sie aber in der Regel auch etwas wirkungsvoller, weil eben ein sofortiger Blick ins Buch vor dem Kauf möglich ist und direkt eine erhöhte Neugier geweckt werden kann.

Falls du bereits mehrere Bücher veröffentlicht hast, kannst du auch darüber nachdenken, eine größere Broschüre zu erstellen, in dem du Leseproben zu mehr als einem Buch zur Verfügung stellst.

Kooperationen mit Buchhandlungen, Büchereien, Geschäften, …

Kooperationen sind nicht nur online und unter Autoren möglich. Du kannst auch mit Buchhandlungen oder Büchereien vor Ort (oder andernorts) zusammenarbeiten, um dein Marketing auszubauen. Ihr könnt Lesungen ausrichten oder Signierstunden. Vielleicht gibt es auch einen eigenen Verkaufstisch für deine Bücher. Oder es gibt Ideen zu anderen Möglichkeiten.

Aber das sind nicht die einzigen Chancen, um dich lokal sichtbar zu machen. Womöglich ergibt sich auch die Gelegenheit, sich mit Geschäften zusammenzutun, die auf den ersten Blick gar nichts mit Büchern zu tun haben. Zum Beispiel ein Geschenkeladen, der deine Bücher in sein Sortiment aufnimmt oder in dem du tageweise deine Bücher zum Kauf anbieten darfst. Oder du hast Kontakte zu einer Arztpraxis oder einem anderen Ladenlokal …

Falls du Fachbücher schreibst, können auch Fachvorträge bei entsprechenden Veranstaltungen oder in Firmen eine Option sein.

Schulen anschreiben

Wenn deine Bücher eine jüngere Zielgruppe haben, wie bei Kinder- und Jugendbüchern, kann es auch eine Idee sein, Schulen anzuschreiben und ihnen anzubieten, eine Lesung zu veranstalten. Soweit mir bekannt ist, darfst du hier zwar keine Bücher direkt verkaufen, aber wenn du die Kinder erst einmal neugierig gemacht hast, funktioniert das mit dem Verkauf im Nachhinein in der Regel auch sehr gut.

Marketing abseits von Social Media ist möglich

Vielleicht hast du jetzt ein paar neue Ideen bekommen, was du für dein Marketing abseits von Instagram & Co machen kannst. Manches hattest du bestimmt schon auf dem Schirm, an anderes hattest du bisher vielleicht noch nicht gedacht. Vieles lässt sich auch sehr gut miteinander verbinden, wodurch sich die Wirkung verstärken lässt.

Ich wünsche dir viel Spaß bei der Planung und Umsetzung. Und wenn du Unterstützung möchtest, melde dich gern bei mir.

Hier schreibt:

Bild von Jasmin Fischer

Jasmin Fischer
Fantasy-Autorin,
Website- & Newsletter-Enthusiastin,
strukturierte Chaotin & Naturliebhaberin