Einen eigenen Newsletter zu führen, birgt einige Vorteile, aber natürlich ist er auch mit Aufwand verbunden. Immerhin wollen regelmäßig E-Mails an die Abonnenten verschickt werden, für die man auch die richtigen Ideen und Inhalte braucht. Gerade lokale Geschäfte und Dienstleister fragen sich daher oft, ob sich die Mühe lohnt. Schauen wir uns das Thema speziell für diese Unternehmen einmal genauer an.
Die Vorteile eines eigenen Newsletters für lokale Unternehmen
E-Mail-Marketing hat in den Köpfen mancher Menschen teilweise einen schlechten Ruf. Zu unrecht. Zwar übertreiben es gerade die großen Onlineshops gerne mit ihren Newslettern und spielen teilweise gefühlt auch nicht ganz nach den Regeln, was verständlicherweise für Unmut sorgt, aber gerade für kleine Unternehmen und Selbstständige hat das E-Mail-Marketing viele Vorteile. Auch bei einer lokalen Zielgruppe.
Der direkte Kontakt zum Kunden
Beim Newsletter landen deine E-Mails direkt im Postfach der Abonnenten. Ohne, dass ein Algorithmus sich dazwischen schaltet und entscheidet, wer deine Nachricht sehen soll und wer nicht. Das gilt für die Personen, die noch nie bei dir gekauft haben und sich als Interessierte über deine Website eingetragen haben, um mehr Informationen zu bekommen. Aber auch für deine Bestandskunden, die dir treu bleiben wollen.
Daraus resultiert auch die Stärkung der Kundenbindung
Und genau dieser direkte Draht zu den Personen, die bereits bei dir gekauft haben, ist Gold wert. Denn durch regelmäßige Mails, die ein positives Gefühl hinterlassen, stärkst du die Bindung zwischen dir und diesem Kunden. Du bleibst im Gedächtnis und kannst dadurch wiederkehrende Käufe, Folgetermine oder sogar Empfehlungen auslösen.
Und mal im Ernst: Wie oft gerät es bei uns als Kunden im Alltag in Vergessenheit, dass wir eigentlich noch dieses oder jenes dort kaufen wollten? Oder dass etwas, das wir wollen, in diesem Geschäft vor Ort zu kaufen ist und bestellen dann online, obwohl wir doch lokal einkaufen wollen? Zumindest kann ich aus Erfahrung sagen, dass es mir (und auch vielen in meinem Bekanntenkreis) so geht. Genau dem können wir auf diese Weise entgegenwirken.
Schnelle Kommunikation ist kein Problem mehr
Ein weiterer Vorteil dieser direkten Kommunikation: Du kannst deine Kunden schnell erreichen. Kurzfristige Mitteilungen sind dadurch kein Problem. Ob es nun um
- Aktionen,
- geänderte Öffnungszeiten,
- freie Termine,
- Urlaubszeiten oder
- anstehende Events
geht. Du entscheidest über die Inhalte deines Newsletters.
Reaktivierung ehemaliger Kunden wird leichter
Die direkte Kommunikation mit deinen Bestandskunden hat auch den Vorteil, dass du sie nicht nur an dich erinnern kannst, sondern auch darauf aufmerksam machen kannst, dass sie mal wieder vorbeikommen könnten. Vielleicht steht mal wieder ein Check-up an, das Wartungsintervall ist abgelaufen oder du möchtest mit ihnen ihr Kundenjubiläum in Form eines Rabatts oder ähnliches feiern. Das stellt einerseits den Service-Gedanken in den Vordergrund, anderseits lockst du sie wieder zu dir, um wiederkehrende Käufer aus ihnen zu machen.
Die Kontakte gehören deinem Unternehmen
Im Gegensatz zu den Followern auf Social-Media-Kanälen gehört die Abonnentenliste direkt deinem Unternehmen. Sie kann dir nicht einfach verloren gehen, weil dich beispielsweise Instagram plötzlich sperrt. Auch musst du nicht hoffen, bei der nächsten Google Anfrage möglichst weit oben angezeigt zu werden, sondern bist bereits direkt mit dem Käufer verbunden. Dadurch wird E-Mail-Marketing zu einem wertvollen und langfristigen Marketing-Kanal.
Newsletter-Marketing verursacht nur geringe Kosten
Als Unternehmer müssen wir alle auf unsere Ausgaben achten. Und da ist auch für das Marketing nur ein bestimmtes Budget zur Verfügung. Einen eigenen Newsletter zu betreiben, ist für lokale Geschäfte und Dienstleister da ein willkommenes Mittel, denn es ist sehr günstig umsetzbar. Manche Tool-Anbieter wie z.B. Brevo bieten für den Start sogar kostenlose Tarife an. Dann sind der einzige Kostenpunkt der Zeitaufwand für den umsetzenden Mitarbeiter, der zu Buche schlägt, was durchaus günstiger ist als so manche Printwerbung.
Die Ergebnisse sind einsehbar und messbar
Eine digitale E-Mail-Kampagne zu verschicken hat noch einen weiteren entscheidenden Vorteil gegenüber einem Mailing, das man postalisch versendet: Wir können direkt an den Zahlen im System sehen, wie viele der Abonnenten die Nachricht geöffnet haben, ob auf Links im Newsletter geklickt wurde und wie viele sich abgemeldet haben. Dadurch kann man mit der Zeit auch ableiten, welche Themen und Angebote besser funktionieren als andere.
Die eigene lokale Expertise sichtbar machen
Ob du nun eigene regionale Angebote präsentierst oder sogar auf Tipps und Hinweise für andere lokale Aktionen, Veranstaltungen oder Unternehmen gibst, du zeigst dadurch deine Verbundenheit mit der Region. Sie stärken das Vertrauen in dich und lassen dich als einen verlässlichen und kompetenten Ansprechpartner erscheinen.
Generiere mehr Website-Besuche
Wenn du auf deiner Website einen Blog betreibst, kannst du durch Erwähnung neuer Blogartikel die Newsletter-Abonnenten natürlich auch wieder auf deine Website lenken. Oder z.B. dein auf der Website befindliches Terminbuchungstool verlinken. Durch diese zusätzliche Aktivität auf deiner Website, finden wiederum Google & Co deine Website ebenfalls attraktiver und spielen sie lieber an neue Suchende aus.
Herausforderungen, die ein eigener Newsletter für lokale Geschäfte und Dienstleister bereithält – und wie „schlimm“ sind sie wirklich?
Nachdem wir uns die Vorteile eines Newsletters für lokale Unternehmen angeschaut haben, dürfen wir die Herausforderungen, die damit verbunden sind, natürlich nicht außer Acht lassen. Selbstverständlich aber auch mit dieser Prise Positivität, dass alles vielleicht doch nicht so schlimm ist, wie es zunächst erscheint.
Regelmäßigkeit ist Pflicht und das bringt natürlich auch Zeitaufwand mit sich
Wenn du nur zwei- oder dreimal einen Newsletter schreibst und er dann in Vergessenheit gerät, bringt er dir natürlich gar nichts. Auch wenn du nur zweimal im Jahr eine E-Mail rausschickst, wird sich der Erfolg stark in Grenzen halten. Zumal die Abonnenten dann schnell vergessen, dass sie sich überhaupt dazu angemeldet haben und dann der Unmut aufkommt, den wir vermeiden wollen.
Das sorgt natürlich dafür, dass du auch regelmäßig Zeit aufwenden musst, um Ideen zu sammeln, diese Newsletter zu schreiben und zu gestalten und über die Software zu versenden. Auch ist es sinnvoll, sich immer mal wieder die Zahlen von Öffnungsrate etc. anzuschauen, um eine Auswertung vorzunehmen, welche Inhalte gut ankommen.
Die gute Nachricht: Letztendlich hört sich das schlimmer an als es in Wirklichkeit ist, vor allem wenn du ein wenig strukturiert an die Sache herangehst. Das wichtigste ist, dass du es nicht vergisst und dran bleibst. Im Zweifelsfall einfach mit ein bisschen Unterstützung von außerhalb. Und er braucht weniger Zeitaufwand als die Bespielung eines Social-Media-Kanals.
Spam-Filter können die Erreichbarkeit deiner Abonnenten stören
Zwar gibt es bei Newslettern keine Algorithmen, die dir das Leben schwerer machen können, aber natürlich gibt es auch hier die Herausforderung, dass man als Spam eingestuft werden könnte. Und das in mehr als einer Hinsicht.
Der “technische Spam-Filter”
Zum einen ist da natürlich der technische Filter, der in die E-Mail-Systeme eingebaut ist.
Die gute Nachricht: Der macht aber nur wenig Probleme, wenn man es entsprechend handhabt. (z.B. solltest du das Wort „Newsletter“ in deinen Mails vermeiden, oder du kannst auch deine Abonnenten bitten, dich zu ihrer Liste, sicherer Absender hinzuzufügen)
Der “menschliche Spam-Filter”
Zum anderen ist da aber auch noch der „menschliche Spam-Filter“. Also im Grunde die Person, die deinen Newsletter erhält. Wenn du in deinen Mails keinen echten Mehrwert für den Leser lieferst, werden sie schnell als Werbe-Mails abgestempelt und entweder gar nicht erst geöffnet, direkt gelöscht oder sie führen zu Abmeldungen (wobei ein paar Abmeldungen pro Newsletter ganz normal sind, also keine Panik).
Die gute Nachricht: Auch hier kannst du leicht gegensteuern, indem du deinen Abonnenten vor der Anmeldung keine falschen Hoffnungen machst und klar kommunizierst, was sie zu erwarten haben. Und indem du ihnen in deinen Newslettern einen Mehrwert für sich lieferst.
Der Aufbau der Liste geht nicht über Nacht
Wie auch bei Social Media, dauert es natürlich auch bei deiner Newsletter-Abonnentenliste seine Zeit, bis sie sich füllt.
Die gute Nachricht: Bereits mit dem ersten Abonnenten erreichst du genau die Zielperson, die du ansprechen willst. Auch sie ist ein wertvoller Kontakt und du profitierst davon, mit ihr in Kontakt zu sein. Und natürlich wird sie nicht die einzige bleiben. Mit der Zeit wird sich deine Liste füllen!
Rechtliche Anforderungen müssen eingehalten werden
Natürlich müssen auch beim E-Mail-Marketing lokale Unternehmen genauso wie alle anderen ein paar rechtliche Punkte für DSGVO & Co beachten. Das Double-Opt-in-Verfahren muss z.B. eingerichtet sein, genauso wie ein Impressum, Abmeldelink, die richtige Einrichtung des Anmeldeformulars und ein Auftragsverarbeitungsvertrag mit dem Newsletter-Anbieter.
Die gute Nachricht: Inzwischen ist die Umsetzung der rechtlichen Maßnahmen mit den Newsletter-Tools recht einfach geworden. Oftmals sind es nur wenige Klicks, um die notwendigen Schritte umzusetzen. Und wenn du unsicher bist, kann dich ein externer Dienstleister wie ich unkompliziert dabei unterstützen.
Der Druck, die richtigen Inhalte zu liefern
Nur wenn deine Inhalte für den Abonnenten relevant und interessant sind, wird er sich zu deinem Newsletter anmelden und auch dabei bleiben. Es ist daher wichtig, sich Gedanken darüber zu machen, was du erzählen möchtest und wie du es aufbereitest. Und das natürlich langfristig bei jedem Newsletter.
Die gute Nachricht: Du musst nicht jede Woche einen Newsletter verschicken. Schreibe lieber einmal weniger als einmal zu viel, wenn du nicht in dieser Häufigkeit gute Inhalte liefern kannst. Hilfreich ist es auch, wenn du dir bereits im Voraus Gedanken machst und überlegst, welche Inhalte für deine Zielgruppe interessant sein könnten und wie oft du etwas zu erzählen hast. Erstelle eine Liste mit diesen Themen. Auch kannst du beispielsweise einmal im Quartal einen Inhaltsplan für die kommenden Newsletter aufstellen.
Manche technischen Hürden können vielleicht ein paar Nerven kosten
Wenn du Newsletter an deine lokalen Kunden verschicken willst, musst du dich natürlich auch mit dem entsprechenden Tool auseinandersetzen und es bedienen. Sowohl bei der anfänglichen Einrichtung als auch später beim Versand der einzelnen Mails. Wenn du ohnehin nicht so technik-affin bist, kann das anfänglich schon einmal zur Herausforderung werden.
Die gute Nachricht: Ja, anfangs kann es etwas überwältigend sein, sich in eine neue Software einzuarbeiten. Aber das vergeht recht schnell. Die Newsletter-Tools sind inzwischen durchaus benutzerfreundlich gestaltet. Bei Brevo gibt es z.B. auch gute Anleitungen, wenn man nicht weiterweiß. Und mit dem richtigen System macht es dir vielleicht sogar Spaß, damit zu arbeiten.
Für welche Unternehmen mit lokaler Zielgruppe lohnt sich ein Newsletter am meisten?
Wenn du Produkte oder Dienstleistungen anbietest, bei denen deine Kunden immer wiederkehren, kannst du auf jeden Fall von einem eigenen Newsletter profitieren. Auch wenn es du auf saisonale Anlässe hinweisen möchtest.
Hingegen haben es Unternehmen mit einmaligen oder nur seltenen Käufen und Aufträgen pro Person (wie bspw. eine Schreinerei oder ein Küchenstudio) vermutlich etwas schwerer, ihre Kundschaft für einen Newsletter zu begeistern.
Allerdings sind das nur allgemeine Feststellungen und Mutmaßungen. Natürlich kann das bei dir wieder ganz anders aussehen. Jedes lokale Unternehmen ist einzigartig und individuell und darf die Situation entsprechend für sich selbst bewerten. Das ist ja das Schöne an kleinen Geschäften und Dienstleistern. (Man merkt mir an, dass ich ein Freund von lokalen Unternehmen bin und am liebsten dort einkaufe, oder?)
Mögliche Inhalte, die für lokale Unternehmen funktionieren können
Bist du dir noch unsicher, was du in deinem Newsletter schreiben könntest? Hier sind ein paar Ideen:
- Restaurants und Cafés: Feiertagsmenüs, Veranstaltungen, Reservierungshinweise
- Handwerker: Wartungstermine, Heizungscheck, Förderprogramme, Saison-Tipps, Reparatur-Hinweise, Do-It-Yourself-Vorschläge
- Arzt- und Heilpraxen: Vorsorgehinweise, Sprechzeiten, Urlaubsvertretung, Gesundheitstipps
- Geschäftsläden und Studios: Neue Produkte, Aktionsangebote, Events, Öffnungszeiten, Geschenkideen
- Dienstleister mit Wiederholungskunden: Terminerinnerungen, neue Leistungen, Kunden-Tipps
- Allgemein: Saisonales, Termine, Events, Angebote & Aktionen, Neuigkeiten, Tipps & Tricks, Einblicke hinter die Kulissen, Hinweise auf Kooperationspartner, …
Natürlich sind diese nicht vollständig und beliebig erweiterbar. Oder auch auf andere Branchen übertragbar.
Und wie oft soll ich als lokales Unternehmen einen Newsletter schreiben?
Natürlich richtet sich das auch immer nach deinen Möglichkeiten. Wie oft hast du Zeit, zu schreiben? Wie oft hast du etwas für deine Abonnenten Relevantes zu erzählen?
Grundsätzlich gilt aber, dass du mindestens 1x pro Monat eine E-Mail versenden solltest. Sonst gerätst du schnell in Vergessenheit. Und vor allem vergessen die Menschen, dass sie sich zu deinem Newsletter angemeldet haben und sind dann alles andere als erfreut, dich plötzlich in ihrem Posteingang zu haben. Natürlich darfst du aber auch öfter schreiben.
Mehr zu dem Thema findest du auch in meinem Blogartikel “Wie oft sollte ich einen Newsletter schreiben?”
Das richtige Tool wählen
Wenn du mit deinem Newsletter starten möchtest, achte auch darauf, dass du den für dich richtigen Newsletter-Anbieter wählst. In jedem Fall rate ich dir davon ab, ihn einfach über dein reguläres E-Mail-Programm zu versenden, da du hier zum einen schnell den Überblick verlierst und zum anderen die rechtlichen Vorgaben nicht einhalten kannst. Achte außerdem darauf, dass die Server des Newsletter-Tools in der EU liegen. Zwar sind auch amerikanische Anbieter verbreitet, aber was den rechtlichen Aspekt angeht, machst du es dir mit einem Anbieter in der EU etwas einfacher.
Wie schon mal erwähnt, arbeite ich am liebsten mit Brevo, da es leicht zu handhaben ist und durch den europäischen Sitz DSGVO-freundlich ist. Mehr dazu findest du auch in meinem Blogartikel “Die Vorteile von Brevo als Newsletter-Tool”
Auf diese Weise kannst du deine Abonnenten-Liste aufbauen
Wenn du jetzt noch mehr Interesse als zuvor daran hast, deinen eigenen Newsletter zu starten, um deine lokale Position zu stärken, aber dich fragst, wie du die Menschen dazu bringen kannst, sich dafür anzumelden, habe ich auch hierfür ein paar Ideen für dich:
- Ein Anmeldeformular auf deiner Website.
- Ein QR-Code auf deiner Theke oder auf der Rechnung.
- Am Ende eines Verkaufsgesprächs mit den Vorteilen darauf hinweisen.
- Auf Social Media darauf aufmerksam machen.
- Klare Kommunikation, was die Person von einer Anmeldung zum Newsletter hat und was sie erwartet. (z.B. „1x im Monat erhältst du Veranstaltungshinweise, Aktionen und Umsetzungstipps“)
Du kannst dabei auch gern kreativ werden. Es gibt sicherlich auch noch andere Möglichkeiten.
Fazit zum Thema Newsletter für lokale Unternehmen
Ein Newsletter ist einer der wenigen Kanäle, bei denen lokale Unternehmen ihre Kunden direkt und kostengünstig erreichen, ohne durch einen Algorithmus behindert zu werden. Ich persönlich bin ein großer Fan davon, weil er der Website einen zusätzlichen Nutzen und Hebel verschafft und man sich gleichzeitig unabhängiger von Social Media macht (unabhängig davon, ob man dort gern aktiv ist oder nicht). Ob er in dein Marketing und dein Unternehmen passt, muss aber auch immer individuell geschaut werden.
Wenn du beim Start mit deinem Newsletter nicht allein sein willst oder dir eine Unterstützung für die langfristige Pflege deines E-Mail-Marketings wünschst, stehe ich dir gerne zur Seite. Oder wenn du dir noch unsicher bist, ob ein eigener Newsletter für dein lokales Unternehmen das richtige ist. Lass uns einfach mal unverbindlich und kostenlos über deine Wünsche und Gedanken sprechen.

