Ich schreibe und veröffentliche inzwischen seit über sechs Jahren Fantasy-Bücher (wobei ich mit dem Schreiben genau genommen bereits in der Jugend angefangen habe) und doch habe ich mich nie ernsthaft damit auseinandergesetzt, wofür meine Geschichten eigentlich stehen. Welche Elemente sie miteinander verbinden – vom Fantasy einmal abgesehen.
Gut, nach dem ersten oder zweiten Buch ist das vielleicht auch noch nicht genau absehbar. Aber nachdem jetzt 4 Buchreihen bzw. Einzelbände von mir veröffentlicht sind, habe ich mich einmal ausführlich damit auseinandergesetzt und bin teilweise selbst von meinen Erkenntnissen überrascht.
Die Schwierigkeit: Fantasy-Bücher mit unterschiedlichen Untergenre
Was natürlich auf den ersten Blick auffällt, ist die Tatsache, dass ich ausschließlich Fantasy-Bücher veröffentliche. Allerdings bin ich bei der Ausgestaltung nicht ganz so konsequent, wie man es teilweise von anderen Autor*innen kennt. Ich liebe es einfach, Abwechslung in meine Bücher zu bringen und jede Geschichte hat ihre eigene Dynamik.
Während man Kriegerin der Nacht tatsächlich als reines Urban Fantasy bezeichnen kann, mischt sich bei Unter dem Mondlicht ein Romance-Anteil hinein und bei Witches of Chicago trifft Fantasy auf Krimi und einer Prise Romance.
Dieser Aspekt hat es mir anfangs deutlich erschwert, die Gemeinsamkeiten zu sehen, die meine Bücher miteinander verbinden. Obwohl sie in Wahrheit gar nicht so unterschiedlich sind wie auf den ersten Blick gedacht. Auch wenn sich die Geschichten an sich natürlich sehr wohl voneinander unterscheiden.
Starke Frauen in der Hauptrolle
Eine Sache, die für mich von Anfang an feststand, war die Tatsache, dass meine Geschichten immer aus der Sicht einer Frau erzählt werden. Dabei wähle ich beim Schreiben auch grundsätzlich die Ich-Perspektive. (Okay, zugegeben, in seltenen Fällen, wie zum Beispiel bei Unter dem Mondlicht, darf auch mal der Mann seine Sicht der Dinge erzählen, aber das ist wirklich eher die Ausnahme.)
Und diese Frauen haben eines gemeinsam: Sie gehen ihren Weg.
Ja, sie haben ihre Probleme. Große Probleme, die zur Geschichte dazugehören, um Spannung zu erzeugen. Aber auch kleinere Probleme wie den Streit mit einem Freund oder Familienangehörigen. Oder sie sind in ihrer Persönlichkeit eher unsicher oder wissen eigentlich noch gar nicht, was sie in ihrem Leben (erreichen) wollen. Oder sie erleiden Rückschläge auf ihrem Weg. Zweifeln an sich. Brechen auch schon mal zusammen.
Trotzdem treffen sie immer wieder Entscheidungen und gehen für sich und ihre Überzeugungen los. Sie dürfen an ihren Aufgaben und Erlebnissen wachsen. Weiterentwicklung ist immer ein zentraler Bestandteil. Gleichzeitig sind sie sich nicht zu Schade dafür, Hilfe anzunehmen, wenn sie sie brauchen, ohne sich von anderen abhängig zu machen.
Spannung zum Miträtseln
Was wäre ein Fantasy-Buch ohne Spannung? Zumindest ein bisschen gehört wohl immer dazu, um sich nicht zu langweilen. Jedenfalls geht es mir so. Und das spürt man auch in meinen Büchern. Ob meine Charaktere einen Serienmörder jagen, selbst immer wieder in Gefahr geraten oder Geheimnissen auf die Spur kommen müssen, es ist immer etwas los.
Dass meine Fantasy-Bücher aber nicht nur spannend sind, sondern dass sie sogar einen starken Anreiz zum Miträtseln während des Lesens bieten, ist mir gar nicht so bewusst geworden, bis mich zwei Leserinnen darauf aufmerksam gemacht haben, die alle meine Bücher gelesen haben.

Tiefe Freundschaften, die zu Familie werden
Das Thema Familie kommt selbstverständlich in all meinen Büchern vor. Allerdings bedeutet das noch lange nicht, dass in den Familien immer Friede-Freude-Eierkuchen zu finden ist. Im Gegenteil. Nicht immer stehen meine Protagonistinnen in einem guten Verhältnis zu ihren Eltern oder Geschwistern. Und selbst wenn sie es tun, gibt es natürlich trotzdem auch mal Meinungsverschiedenheiten und Streit. Oder sie können aus diversen Gründen keinen Kontakt mehr zu ihnen haben.
Viel wichtiger sind bei mir deshalb die Freundschaften. Obwohl meine Bücher meist in unserer Welt spielen, bringt der Fantasy-Aspekt zusätzliche Regeln und oftmals auch Schwierigkeiten mit sich. Ganz zu reden von den Abenteuern, die meine Damen bestehen müssen. Da ist es wichtig, die richtigen Verbündeten an der Seite zu haben und die finden sie in ihren Freundschaften. Sie stehen füreinander ein, unterstützen einander und sind auch ansonsten bedingungslos füreinander da. In ihnen finden meine Hauptcharaktere in den meisten Fällen eine neue oder gar bessere Familie, als sie es bis dahin von ihren Blutsverwandten gewohnt waren.
Hoffnung, Humor und Wohlfühlmomente
Auch wenn meine Charaktere mit großen und kleinen Problemen konfrontiert werden, Rückschläge, Tiefschläge und Verletzungen einstecken müssen, geht die Hoffnung auf Besserung und ein Happy End beim Lesen nie ganz verloren.
Natürlich darf auch der Humor nicht fehlen oder verlorengehen. Mit dem einen oder anderen Witz ist das Leben deutlich leichter und die dunklen Zeiten einfacher durchzustehen. Das sehen auch meine Charaktere so.
Und auch wenn wir die Protagonistinnen beim Lesen meistens durch schwere Zeiten begleiten, gibt es auch immer wieder größere oder kleinere Szenen, in denen wir uns einfach wohlfühlen dürfen. Momente, in denen die Tiefe einer Freundschaft besonders stark hervortritt. Momente, in denen sich zwei Charaktere näherkommen. Momente, in denen etwas Gutes passiert. Oder einfach ein Moment, in dem das Arschloch, das uns so viele Probleme verursacht hat, in den Hintern getreten bekommt.
Happy End garantiert
Trotz der Spannung, die dich in meinen Fantasy-Büchern erwartet, und der Tiefs, die meine Heldinnen durchmachen müssen, kannst du dich auf eines immer verlassen: Es gibt ein Happy End. Manchmal muss man ein bisschen länger darauf warten, manchmal kommt es auch nicht so, wie man es erwartet hat, aber auf die eine oder andere Weise dürfen wir ein Happy End erleben.
Leise Vermittlung von Werten
Bestimmte Werte in meine Fantasy-Bücher einzubringen, ist mir durchaus ein Anliegen. Auch wenn es sich bei meinen Charakteren meistens um Vampire, Hexen oder andere magische Wesen handelt, dürfen sie zeigen, wofür sie und auch ich stehen. Werte, die in der magischen Welt genauso wichtig sind wie in unserer menschlichen.
Möchtest du ein paar Beispiele? Da wäre zum einen der Aspekt der Gleichberechtigung. Oder anderen Personen Respekt entgegen zu bringen. Oder die Verbundenheit zur Natur und zu Tieren.
In den meisten Fällen sind sie nicht laut. Sie fließen in die Geschichte ein, ohne dich beim Lesen die ganze Zeit anzuschreien. Stattdessen schwingen sie leise im Hintergrund mit. Außer wir begleiten eine Protagonistin wie Rubina in Die Magierin, die selbst keinen Respekt erhält und für ihre Gleichberechtigung kämpfen muss und diese Aspekte dadurch natürlich auch mehr Gewicht im Buch bekommen.
Kleine Lebensweisheiten
Etwas, womit ich mich tatsächlich immer wieder selbst überrasche: Es fließen ganz automatisch kleine Lebensweisheiten mit ein. Meistens in Gesprächen zwischen den Charakteren, die aus der Situation heraus entstehen. Sie drängen sich nicht auf und nehmen nicht viel Raum in der Geschichte ein, sind mehr ein kurzer Funke zwischendurch, aber sie sind da. Und ich muss gestehen, das liebe ich, weil es etwas ist, das ich nicht plane. Es geschieht einfach, weil es gerade in diesem Moment passt. Weil es von den Charakteren kommt, nicht von mir direkt.
Fantasy-Bücher zum Wohlfühlen
Von Leser*innen zu hören, dass sie trotz der leichten Abweichungen im Untergenre immer wieder gern zu meinen Fantasy-Büchern greifen und in sie abtauchen, einfach weil sie die Gemeinsamkeiten schätzen und lieben, macht mich jedes Mal wieder glücklich. Die oberflächlichen Unterschiede interessieren sie gar nicht, weil sie genau wissen, was sie in den Geschichten erwartet: Spannende Wohlfühlbücher zum Miträtseln im Fantasy-Setting, mit starken Frauen und tiefen Freundschaften.

