Für Die Magierin habe ich eine Widmung gewählt, die den Inhalt des Buchs recht stark widerspiegelt:
Für alle Frauen, die trotz aller Widrigkeiten ihren Weg gehen.
Und all jene, die noch ihren Mut sammeln, um den ersten Schritt zu gehen.
Und ich meine jedes einzelne Wort davon ernst. Zumal ich mich auch selbst darin wiederfinde.
Rubinas Ausgangslage
Rubina, die Magierin, um die sich diese Geschichte dreht, hat kein leichtes Leben. Sie wird ausgegrenzt, ignoriert, psychisch und physisch misshandelt. Einzig und allein aus dem Grund, dass sie die magischen Kräfte ihrer Spezies geerbt hat und sie einsetzen möchte, wie es ihr Recht ist, wird sie von den vorwiegenden Männern in ihrem Umfeld unterdrückt. Ihr wird keinerlei Respekt entgegengebracht, von Gleichberechtigung ganz zu schweigen.
Lediglich eine Frau ist ihre Verbündete: Die Dienerin, die in ihrem Haus arbeitet und die insgeheim für sie die Mutterrolle übernommen hat, nachdem ihre leibliche Mutter bei Rubinas Geburt gestorben ist.
Dazu kommt, dass Rubina durch die Gesetze der Magier dazu gezwungen ist, bei ihrem Vater wohnen zu bleiben, solange sie keinen Ehemann hat.
Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit sind daher verständlicherweise Rubinas ständige Begleiter.
Der Wendepunkt, an dem sie ihren Mut wiederfindet
Zwar hat Rubina ihren Mut nie ganz verloren, aber wahrscheinlich sind ihre gelegentlichen Sprüche und Kommentare, mit denen sie sich zur Wehr setzt, eher einer Trotzreaktion geschuldet als echtem Mut.
Doch dann erfährt sie von dem Fluch, der auf der Spezies der Magier liegt und der dafür sorgen wird, dass sie und ihre Familie ihre magischen Kräfte in wenigen Monaten verlieren werden. Zunächst resigniert sie und nimmt es einfach hin. Hat sogar Hoffnung, dass sich dadurch ihr Leben verbessert, weil sie dann nicht mehr an die Regeln und Gesetze der Magier gebunden ist. Bis sich ihre rebellische Seite den Weg nach oben bahnt und sie gegen dieses scheinbar unvermeidbare Schicksal ankämpfen will.
Obwohl die ganze Spezies der Magier gegen sie ist und sogar die anderen magischen Rassen damit beauftragt werden, sie von ihrem Vorhaben abzuhalten und zurückzubringen, lässt sie sich davon nicht aufhalten. Sie macht sich auf den Weg und setzt alles daran, trotz aller Widrigkeiten ihren eigenen Weg zu gehen. Zweifel, Verzweiflung und gelegentliche Hoffnungslosigkeit inklusive.
Mut bedeutet nicht, keine Angst oder Zweifel zu haben
Rubina zeigt uns dabei, dass wir mutig sein und trotzdem an uns und unseren Taten zweifeln können.
Sie zeigt uns, dass wir nicht mutig geboren sein müssen, um unseren Weg gehen zu dürfen. Nur weil wir gestern noch nicht bereit dafür waren, einen Schritt in eine bestimmte Richtung zu gehen, dürfen wir ihn heute trotzdem gehen, wenn wir heute den Mut dazu haben.
Sie zeigt uns, dass es in Ordnung ist, noch nicht zu wissen, wohin uns dieser Weg führt. Wir dürfen einen Schritt nach dem anderen machen. Ob diese Schritt klein oder groß oder gar mini-klein sind, ist vollkommen egal, solange wir unserem eigenen Tempo und unserem eigenen Gefühl folgen.
Sie zeigt uns, dass wir uns nicht davon abhängig machen müssen, ob andere uns zutrauen, unser Ziel zu erreichen oder ob sie mit unseren Entscheidungen und Schritten einverstanden sind. Wichtig ist nur, dass es sich für uns selbst richtig anfühlt.
Frauen haben es mit dem Mut oftmals schwerer
Männer haben es meist etwas leichter, ihren Weg zu gehen. Nicht unbedingt, weil ihre Wege leichter sind, sondern weil sie (vereinfacht ausgedrückt) von Kindesbeinen an gesagt und beigebracht bekommen haben, dass sie alles erreichen können, wenn sie es wollen (natürlich gibt es auch hier Ausnahmen).
Mädchen hingegen wird meist eher beigebracht, sich anderen unterzuordnen und anderen zu gefallen. Wenn es sein muss, auch indem wir unsere eigenen Bedürfnisse und Wünsche zurückstellen. Wir zweifeln an uns und unseren Fähigkeiten. (und wieder: es gibt selbstverständlich Ausnahmen)
Aber vielleicht macht es auch gerade dieser Umstand umso besonderer und stärker und mutiger, wenn wir Frauen unseren Weg gehen. Wenn wir uns trauen, aus den gewohnten Bahnen auszubrechen und für unsere Träume loszugehen. Und das kann ganz unterschiedliche Formen annehmen. Ein Buch zu veröffentlichen. Einen Urlaub allein zu unternehmen. Nein zu sagen, wenn von einem erwartet wird, dass man Ja sagt, und das aber gar nicht möchte.
Ein Buch über den Mut einer Frau
Dass Rubinas Geschichte diese Form annimmt, in dieser Intensität, hatte ich nicht erwartet. Ich plane meine Bücher vor dem Schreiben kaum und lasse mich lieber treiben und selbst von den Entwicklungen überraschen.
Tatsächlich war mir bis zum Schluss nicht ganz bewusst, was für ein Buch ich da eigentlich geschrieben hatte. Bis meine Lektorin mir gesagt hat, was für eine tolle Geschichte das über eine Frau ist, die ihren Mut zusammennimmt, um für sich und ihr Leben zu kämpfen. Weshalb sie bei der Überarbeitung des Klappentextes unbedingt einen leicht feministischen Unterton einbringen wollte.
Also ja, ich hatte nie geplant, eine solche Geschichte zu schreiben, aber ich habe es getan, weil sie mich offenbar gerufen hat. Und ich liebe es. Denn auch wenn all meine Protagonistinnen ihren Weg gehen und mutig sind und an ihren Aufgaben wachsen, müssen sie sich in ihren Büchern nicht dem gleichen Ausmaß stellen. Sie haben von Anfang an mehr Unterstützung in ihrem Umfeld. Sie genießen ein gewisses Maß an Respekt. Rubina dagegen hat schlechtere Voraussetzungen und hat es dadurch auch schwerer, mutig zu sein.
Ein bisschen Mut für dich
Wenn du also auch ein bisschen Mut tanken willst, dann ist dieses Buch für dich.
- Es ist egal, ob du schon bereit bist, den nächsten Schritt zu tun oder ob du den Mut dafür noch sammelst.
- Es ist egal, ob du bereits losgegangen bist oder noch der gesamte Weg auf dich wartet.
- Es ist egal, ob du es letztendlich wirklich tust oder es doch sein lässt.
- Es ist egal, ob du Frau oder Mann bist.
In diesem Buch darfst du Rubina auf ihrem Weg des Mutes begleiten, mit all seinen Höhen und Tiefen. Dieses Buch ist für dich.
(Und für mich, die ich auch immer wieder neu meinen Mut für meinen Weg suche…)

Die Magierin: Gegen alle Regeln
Was tust du, wenn eine uralte Fehde dir zu nehmen droht, was dich ausmacht?
Rubina ist vieles. Eine Tochter ohne Mutter, eine Fremde in ihrer eigenen Familie, eine Enttäuschung. Vor allem aber ist sie eine junge Frau mit magischen Fähigkeiten. Solchen, die sie normalerweise nicht haben dürfte, denn in der Gesellschaft der Magier ist es lediglich Männern vorbehalten, Magie zu wirken. Jahrelang trainiert sie daher im Verborgenen, doch als ihre Kräfte plötzlich auf dem Spiel stehen, kann sie nicht länger tatenlos dabei zusehen, wie andere ihr Leben bestimmen. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, bei dem am Ende ein Ziel über allem steht: den Fluch zu brechen, der auf ihrer Spezies liegt. Und die Frau zu werden, die die Welt verbietet, ihr zu sein.

