Meine Bücher sind ohne KI erstellt

Irgendwie traurig, dass das eine Sache ist, die man überhaupt ansprechen oder betonen muss. Bücher sollten grundsätzlich ohne generative KI entstehen. Trotzdem leben wir in einer Zeit, in der das nicht mehr selbstverständlich ist.

Für mich in meinem Tun aber definitiv eine Selbstverständlichkeit ist.

Gedankenstriche werden mit KI gleichgesetzt

Sind in einem Text Gedankenstriche vorhanden, wird inzwischen direkt unterstellt, dass dieser von einer KI wie Chat-GPT erstellt wurde. Manchmal stimmt diese Annahme, manchmal aber eben auch nicht. Und gerade uns Autor*innen kann dieses Vorurteil das Leben schwer machen.

Ich schreibe meine Fantasy-Bücher selbst. Ohne KI. Und trotzdem wirst du in meinen Texten Gedankenstriche finden. Weil es zu meinem Schreibstil dazugehört. Das habe ich auch schon getan, bevor KI so sehr auf dem Vormarsch und in aller Munde war. Kannst du gern in Unter dem Mondlicht oder Kriegerin der Nacht nachprüfen, die ich veröffentlicht habe, bevor die ganzen KI-Tools für alle frei zugänglich waren.

Und da sind wir auch schon bei dem entscheidenden Fakt angekommen: Die KI nutzt nur deshalb den Gedankenstrich, weil er nun einmal auch schon vorher in unzähligen Texten verwendet wurde und ein anerkanntes Stilmittel ist. Sie hat daraus gelernt. Und benutzt ihn jetzt leider so übertrieben viel, dass es zu einem zweifelhaften Merkmal geworden ist, das auch von Menschen geschriebenen Texten ein Stigma aufzwingt, das gar nicht stimmt.

Ich benutze den Gedankenstrich in meinen Büchern weiter

Ich habe den Gedankenstrich schon immer benutzt und ich kann dir auch sagen, dass ich den Gedankenstrich auch weiterhin verwenden werde.

Okay, in Texten auf Social Media oder meiner Website versuche ich seine Verwendung tatsächlich zu minimieren bis ganz zu unterlassen, um diese Unterstellung nach Möglichkeit zu vermeiden.

Aber in meinen Büchern würde mich der Verzicht auf dieses Stilmittel zu sehr einschränken, einfach weil es zu meinem Schreiben und meinem Sprachgefühl dazugehört.

Auch wenn ich inzwischen jedes Mal bei seiner Verwendung ein schlechtes Gefühl bekomme und mich automatisch frage, ob ich den Satz vielleicht doch lieber umschreiben sollte, um ihn zu vermeiden. Und ganz ehrlich: Das nervt mich. Es nimmt mir ein wenig von der Freude, die ich beim Schreiben verspüre und behindert manchmal auch meinen Schreibfluss. Aber ich bin fest entschlossen, mir das wieder nicht nehmen zu lassen und mir in den Teilen, in denen ich es aktuell verloren habe, zurückzuholen.

Echte Dienstleister*innen statt KI

Jetzt haben wir also schon mal festgehalten, dass ich meine Texte selbst schreibe. Dazu kommt aber auch, dass ich mit echten Menschen als Dienstleister*innen zusammenarbeite.

Lektorinnen und Korrektorinnen aus Fleisch und Blut

Auch die Überarbeitung meiner Geschichten wird weiterhin durch Frauen unterstützt, die tatsächlich existieren. Keine automatische Maschine, die sich nicht in meine Texte einfühlen kann (von der Rechtschreibprüfung in Word einmal abgesehen). Stattdessen Menschen, die sich in meinen Schreibstil eindenken, mit meinen Charakteren genauso mitfiebern wie ich und gemeinsam mit mir das Beste aus dem Text herausholen wollen.

Professionelle Coverdesigner*innen

Coverdesign ist etwas, das ich einfach nicht kann. Deshalb beauftrage ich Designer*innen, die sich darauf spezialisiert haben und das für mich übernehmen. Auf die Idee, das Cover von einer KI erstellen zu lassen, bin ich NIE gekommen und ist für mich auch weiterhin ein absolutes No-Go.

Bin ich komplett gegen KI?

Früher hätte ich diese Frage mit einem ganz klaren Ja beantwortet. Heute sehe ich das ehrlich gesagt ein kleines bisschen anders, aber lass mich das erklären:

Keine generative KI

Bei generativer KI sage ich ganz klar, dass ich dagegen bin.

Eine Maschine kann nicht kreativ sein und etwas eigenes erschaffen. Sie bedient sich immer an der Kunst von realen Menschen. An Texten, die andere geschrieben haben. An Bildern, die andere erschaffen haben. Und als Künstlerin, die von dieser Ungerechtigkeit selbst betroffen ist, kann ich das nicht gutheißen. Wir nehmen damit den wahren Eigentümern etwas weg, ob das nun Anerkennung, Respekt, Lohn oder einfach ihre Kreativität und das Recht auf ihre Erzeugnisse ist.

Unterstützende Nutzung von KI

Einer Sache, die ich inzwischen nicht mehr komplett ablehne, ist die Nutzung von KI zur Unterstützung, wenn man sich die Arbeit in manchen Aspekten etwas erleichtern möchte oder wenn man einfach feststeckt. Wobei ich auch hier unterscheide.

Wenn es um meine Bücher geht, verschwende ich keinen einzigen Gedanken daran, Chat-GPT nach seiner Meinung über den Storyverlauf zu fragen. Wenn ich feststecke und eine Schreibblockade überwinden möchte, dann gehe ich in den Wald spazieren oder versuche auf sonstige Weise neue Ideen zu finden. Da redet mir niemand rein. Weder Mensch noch KI.

Selbst bei Recherchen zu Themen, die in meinen Büchern relevant sind, setze ich immer noch auf die gute alte Google-Suche. Zum einen, weil diese Ergebnisse zuverlässiger sind als die einer KI, zum anderen, weil ich dabei oftmals auch Informationen finde, die ich andernfalls niemals beachtet hätte und die Geschichte nochmal ganz anders beeinflussen können.

Wenn es allerdings darum geht, die eigenen Gedanken in Bezug auf das Marketing zu sortieren oder mal ein Brainstorming über mögliche Themen für Social Media Posts oder Blogartikel zu machen, kann es durchaus hilfreich sein, eine KI zu Hilfe zu nehmen. Was aber nicht heißt, dass ich diesen Ergebnissen blind folge. Wie gesagt, ist es nur ein Brainstorming, um mir einen Stups in die richtige Richtung zu geben und dann zu überlegen, was ich daraus mache.

Bücher brauchen Kreativität und KEINE KI

Wenn ich meine Bücher schreibe, sind da nur ich, mein Gehirn und mein Laptop. Alternativ auch mal ganz altmodisch Stift und Zettel. Okay, und gelegentlich Nervennahrung in Form von Schokolade.

Die Geschichten entstehen aus meiner eigenen Kreativität heraus. Inspiriert durch Erlebnisse in meinem Alltag. Oder durch Serien, Filme oder Bücher, die meine Fantasie angeregt haben und sich dadurch eine ganz eigene Geschichte entspinnt. KI hat dort weder bei der Ideenfindung noch beim Schreiben einen Platz. Weder jetzt, noch in Zukunft. Dafür macht mir das Schreiben und Erfinden von Geschichten viel zu viel Spaß.

Hier schreibt:

Bild von Jasmin Fischer

Jasmin Fischer
Fantasy-Autorin,
Website- & Newsletter-Enthusiastin,
strukturierte Chaotin & Naturliebhaberin